Eichentopf Traversflöte 415 Hz
ca. 1720
Johann Heinrich Eichentopf (Stollberg/Querfurt ca. 1678, gestorben Leipzig 1769) führte ein bewegtes Leben.
1707 kam er als "abgedankter Soldat" nach Leipzig und wurde hier von 1716 bis 1757 als "Instrumentalischer Pfeifenmacher"
erwähnt. Mit der Niederlegung des Bürgerrechts legte er wohl auch sein Meisterrecht nieder und stellte den Instrumentenbau ein.
Er zog 1756 in das Johannishospital (an dessen Kirchenwand schon J. S. Bach begraben lag) und starb dort 1769 im Alter von 91 Jahren.
Es wird berichtet, dass J. S. Bach Eichentopf schon aus seiner Köthener Kantorenzeit kannte – er soll Eichentopf den Bau einer Oboe
da Caccia vorgeschlagen haben. Weitergehende Kontakte sind unbestätigt.
Die Vorlage zu meiner Eichentopf-Kopie ist die einzige erhaltene Flöte von Eichentopf, ganz aus Elfenbein, und
liegt im (wunderbar renovierten) Grassi-Museum der Universität Leipzig – auf dem Gelände des ehemaligen
Johannishospitals! Leider ist dieses Instrument nicht unverändert geblieben.
Original ist (lt. H. Heyde) wohl die seltene Stimmkork-Stellschraube, welche durch die Abschluß-Kappe hindurch geht.
Sie gilt als die erste ihrer Art und kann als Erfindung von Eichentopf betrachtet werden – eine Erfindung, die
bis heute in jede moderne Querflöte eingebaut wird.
Die ursprünglich von Eichentopf gebaute Flöte stand wohl in 392 Hz. Untersuchungen und Vergleiche haben
ergeben, dass der Innenkonus eng an Hotteterre und Rippert angelehnt ist. Jedoch hat die Verkürzung
auf 415 Hz- Größe ein hervorragendes, universell einsetzbares Spätbarock-Instrument ergeben, welches ganz
ausgezeichnet trägt.
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